Akute Pannenhilfe

Kupplung gerissen oder schleift

Sollte der Kupplungszug während der Fahrt reißen, so können Sie die nächste Werkstatt auch ohne Kupplungsbetätigung erreichen. Wenn Sie gefühlvoll mit dem Gas- und Kupplungspedal umgehen können Sie sogar hoch- bzw. herunterschalten. Sie benötigen zum Hoch- bzw. Herunterschalten lediglich die richtige Drehzahl bei der der jeweilige Gang reinrutscht.

Anfahren mit gerissenem Kupplungszug:

Ersten Gang einlegen und danach den Starter betätigen.
Das Fahrzeug bewegt sich ruckweise nach vorne und setzt sich dann mit dem anspringenten Motor in Bewegung.
Vorsicht: Achten Sie darauf, dass Sie bei solchen Manövern „freie Fahrt“ haben. Im dichten Stadtverkehr ist dies eher nicht zu empfehlen.

Falls Sie während der Fahrt nicht schalten wollen, so starten Sie, wie eben beschrieben, aber gleich im zweiten Gang und bringen Sie das Fahrzeug mit niedriger Geschwindigkeit (bis ca. 45 km/h) zur nächsten Werkstatt.

Handbremse blockiert

Im Winter kann es passieren, dass die Handbremse einfriert oder die Beläge bzw. die Bowdenzüge nach längerer Standzeit festrosten.
Die Bremse löst sich in der Regel indem man einfach ein Stück vor und zurück fährt, notfalls mehrmals.

Ist das Problem hartnäckiger kann man, falls zur Hand, mit einem Heiluftfön die Bremstrommel/ Bremsscheibe und die Führung der Bremsseile leicht erwärmen, damit das Eis schmilzt. Sollte das Problem öfter auftreten so sollte in der Werkstatt geprüft werden, ob die Bremsseile richtig geschmiert sind und die korrekten Bremsbeläge verwendet wurden.

Der Thermostat

Dieses Bauteil regelt, ob das Kühlmittel durch den Kühler geleitet wird oder nicht. Zwei Defekte können auftreten:

  1. Die Temperaturanzeige steigt sehr langsam an und die Betriebstemperatur wird nicht oder sehr spät erreicht. Erklärung: Das Ventil ist in offener Stellung blockiert und der Zugang zum Kühler daher ständig gegeben. Kurzfristig führt diese Problem zu keinem Schaden, Sie sollten das Thermostat aber bei nächster Gelegenheit auswechseln lassen.
  2. Die Temperaturanzeige befindet sich trotz richtigem Kühlmittelstand im roten Bereich. Der Kühler selbst wird nicht vom Kühlmittel durchflossen und ist daher kalt. Erklärung: Das Ventil ist in geschlossener Stellung blockiert und der Zugang zum Kühler daher geschlossen. Sie sollten auf keinen Fall weiterfahren und wie unter, “Motor überhitzt” beschrieben vorgehen.

Panne auf der Autobahn

Wenn sich eine Panne abzeichnet, so schalten Sie die Warnblinkanlage ein und versuchen Sie Ihr Auto auf den Standstreifen oder besser in eine Pannenbucht zu bewegen. Das Fahrzeug, besonders bei einer Reifenpanne, nicht abrupt abbremsen und stets nachfolgenden Verkehr beobachten! Bleibt das Fahrzeug dennoch auf der Fahrbahn liegen, kann der Anlassertrick helfen.

ACHTUNG: Lebensgefahr! Ist kein Standstreifen vorhanden, so sollten Sie und Ihre Mitfahrer schleunigst das Auto (mit dem Warndreieck) über die rechte Seite verlassen und sich hinter die Leitplanke stellen. Die Pannenhilfe überlassen Sie in diesem Fall unbedingt den Profis. Öffnen Sie das Warndreieck und stellen es, abhängig von der Übersichtlichkeit und der Geschwindigkeit des Verkehrs, in einer Entfernung von 200 bis 300 m hinter dem Fahrzeug auf. Bei Dunkelheit sollte 50 m vor dem Warndreieck, zusätzlich eine Warnleuchte aufgestellt werden. Führen Ihr Fahrzeug oder Teile der Ladung zu einer Gefährdung des Verkehrs, so müssen Sie die Polizei über 110 verständigen. Versuchen Sie auf keinen Fall Ihre Ladung, die im fließenden Verkehr auf der Straße liegt, selbst zu bergen! Hinweis: Um das Warndreieck nicht am Pannenort zu vergessen, legt man die Hülle des Dreiecks am besten auf den Fahrersitz.

Motor überhitzt

Zeitaufwand: 20 – 60 Min. – Schwierigkeitsgrad: mittel

Über eine Warnleuchte oder eine Temperaturanzeige werden Sie über die zu hohe Motortemperatur informiert. Befindet sich der Zeiger im roten Bereich oder wird eine Warnleute angesteuert, ist der Motor zu heiß

WICHTIG: Schalten Sie den Motor nicht aus! Die Hitze des Motors würde sich nach Abstellen noch stärker auswirken und unter Umständen die Zylinderkopfdichtung zerstören.

1.) Drehen Sie die Heizung und das Heizungsgebläse auf die höchste (wärmste) Stufe.
2.) Fahren Sie rechts ran und lassen Sie den Motor im Leerlauf weiterlaufen.
3.) Öffnen Sie die Motorhaube, dies hilft den Wärmestau zu beseitigen.
4.) Nachdem die Motortemperatur unter die kritische Temperatur gefallen ist, können Sie den Motor abstellen.
5.) Sie sollten nun kontrollieren, ob genug Kühlmittel vorhanden ist. Wenn Sie dazu den Deckel öffnen müssen, tun Sie das mit größter Vorsicht und nur mit Handschuhen oder einem Lappen, nachdem die Temperaturanzeige (i. d. R. in der Instrumententafel integriert) deutlich unter 80°C bzw. unter den roten Bereich gesunken ist! Während des Öffnens sollten Sie ihr Gesicht leicht abwenden, um sich an eventuell austretendem Wasser oder Dampf nicht zu verbrühen. Hinweis: Es kann einige Zeit dauern, bis sich die Temperatur des Kühlmittels so weit reduziert hat, dass Sie den Deckel zum Nachfüllen öffnen können.
6.) Fehlt Kühlerfrostschutzmittel, so füllen Sie dieses nach. Zur Not reicht als Übergangslösung auch normales Wasser. Wichtig im Winter ist, dass die richtige Menge Kühlerfrostschutz vorhanden ist. Bei einem zu hohen Wasseranteil im Kühlkreis kann das Kühlwasser einfrieren, was zu schweren Folgeschäden am Motor führen kann.

Ist genug Kühlwasser vorhanden, liegt das Problem woanders und Sie lassen sich am besten in die nächste Werkstatt schleppen. Hat Kühlwasser gefehlt, ist wahrscheinlich ein Leck vorhanden und Sie sollten zur Klärung des Defektes in nächster Zeit eine Werkstatt anfahren.

Ausbau und Einbau der Batterie

Zeitaufwand: 10 Min. – Schwierigkeitsgrad: leicht

Ausbau

Hinweis: Wenn Sie die Batterie abklemmen, können je nach Fahrzeugtyp und –Ausstattung mehrere elektronische Speicher gelöscht werden. Schauen Sie ggf. noch mal in Ihrer Bedienungsanleitung nach.

-  Zuerst das Batterieminuskabel (-) abklemmen und zur Seite legen. 
-  Batteriepluskabel (+) abklemmen und zur Seite legen
-  Halteplatten am Batteriefuß abschrauben und herausnehmen
-  Batterie herausnehmen und dabei möglichst nicht kippen (Verätzungsgefahr durch Batteriesäure)!

Einbau

-  Batterie einsetzen und Halteplatte anschrauben. Darauf achten, dass der Befestigungsbügel auf die Batteriefußleiste drückt.
-  Nun in umgekehrter Reihenfolge zuerst das Batteriepluskabel (2) anschließen und mit einem Schraubenschlüssel handfest anziehen.
-  Jetzt das Batterieminuskabel (1) mit einem Schraubenschlüssel handfest anziehen

ACHTUNG: Die Reihenfolge bei Ein- und Ausbau der Batterie muss eingehalten werden, um einen möglichen Kurzschluss in der elektrischen Anlage des Fahrzeugs zu vermeiden. Beachten Sie die Warnhinweise auf der Batterie!

Fremdstarthilfe (Jump-Start)

Zeitaufwand: 5 Min. – Schwierigkeitsgrad: leicht

1.) Sämtliche Stromverbraucher (außer ggf. die Warnblinkanlage) ausschalten.
2.) Hilfsfahrzeug so dicht an das Fahrzeug heranfahren lassen, dass die Batterien beider Wagen durch die Fremdstartkabel miteinander verbunden werden können.
3.) Das rote Fremdstartkabel an den Pluspol der entladenen Batterie anklemmen, zweite Klemmzange dieses Kabels mit dem Pluspol der vollen Batterie verbinden.
4.) Das schwarze Fremdstartkabel zuerst am Minuspol der geladenen Fremdbatterie und dann an der entladenen Batterie am Minuspol oder an einer blanken Metallstelle (Masse z. B. am Motor) anschließen. ACHTUNG: Halten Sie sich genau an diese Reihenfolge und schließen Sie die Klemmen fest an, da bei Funkenbildung die Gefahr einer Verpuffung besteht. Die Kabel nicht im Erfassungsbereich des Keilriemens oder des Ventilators verlegen!
5.) Motor des Hilfswagens starten und mit erhöhter Leerlaufdrehzahl laufen lassen (ca. 2000 1/min), damit der Generator eine ausreichende Spannung liefert.
6.) Nach einer Wartezeit von 1-10 min (je nachdem wie entladen die Batterie ist) den Motor des liegengebliebenen Fahrzeugs starten (max. 15 sek.) und laufen lassen. Falls der Motor nicht gleich anspringt, zwischendurch eine Abkühlpause von 2 min für den Starter einlegen. Hilfsmotor weiterlaufen lassen, wodurch die leere Batterie bereits etwas nachgeladen wird.
7.) Nachdem das liegengebliebene Fahrzeug angesprungen ist, mind. zwei Minuten warten bevor der Motor des Hilfsfahrzeuges abgestellt wird und die Kabel in umgekehrter Reihenfolge abgeklemmt werden können! Klemmzange vom Minuspol der entladenen Batterie abklemmen, dann Klemmzange am Minuspol der geladenen Batterie abklemmen. Klemmzange vom Pluspol der vollen und zuletzt die Klemmzange vom Pluspol der leeren Batterie abnehmen. Nun sollten Sie eine längere Zeit fahren (ca. eine 1/2 Stunde), damit sich der Akku wieder aufladen kann oder ggf. zu Hause mit einem Ladegerät nachladen.

{iarelatednews articleid=”18,19,20,21,22,23,36,37,65″}

Benzinmotor startet nicht…

…obwohl der Starter den Motor normal durchdreht.

Zeitaufwand: 20 Min. – Schwierigkeitsgrad: mittel

In diesem Fall schauen wir uns die wahrscheinlichsten Ursachen an, die relativ einfach zu beheben sind. Am wahrscheinlichsten liegt ein Defekt im Bereich der Zünd- oder Einspritzanlage vor.

Allgemein gilt: Ist der Motor kalt, so sollte das Gaspedal nicht betätigt werden! Springt bei einem warmen Motor das Auto nicht an, versuchen Sie Folgendes: Treten Sie das Gaspedal ganz durch und betätigen Sie den Starter für max. 20 Sek. Dann eine Wartezeit von 2 Min. einhalten, bevor der Zündstartschalter wieder betätigt wird. Herstellerangaben gehen natürlich auch in diesem Fall vor.

Welche Fehler können vorliegen:
1.) Vergewissern Sie sich, dass genug Kraftstoff im Tank ist. – Tankanzeige ablesen! – Bei welchem km-Stand haben Sie das letzte Mal getankt? Es könnte auch „nur“ ihre Tank- Anzeige defekt sein.
2.) Schalten Sie die Zündung aus und ziehen Sie den Schlüssel ab!
3.) Schauen Sie im Motorraum nach, ob Sie lose, aufgescheuerte oder angenagte Kabel entdecken. Besonders die Kabel der Zündspule( n) sind zu kontrollieren. Aufgescheuerte Kabel können Sie behelfsmäßig mit Isolierband reparieren.
4.) Auch Feuchtigkeit in Steckverbindungen, z. B. nach einer Motorwäsche kann zum Ausfall der Zündanlage führen. Wenn Sie dem Fahrzeug Gelegenheit zum Trocknen geben oder Kontaktspray (z. B. WD 40) zu Hand haben und damit die Zündleitungen/ -Stecker einsprühen springt der Motor meist wieder an.
5.) Überprüfen Sie die Sicherungen für Motor, Einspritzanlage, Zündanlage oder „Motronic“ wie unter Punkt “Defekte Sicherung finden beschrieben.
6.) Bauen Sie die Zündkerzen aus. Merken oder besser notieren Sie sich unbedingt welches Zündkabel zu welchem Zylinder gehört! Sind die Kerzen verrußt, säubern Sie diese mit einer Drahtbürste. Sind die Zündkerzen feucht und riechen nach Kraftstoff, so ist der Motor `abgesoffen´. Ziehen Sie den Stecker (i. d. R. zwei Kabel) von der Zündspule bzw. den Zündspulen ab und starten Sie den Motor anschließend für ca. 5 Sek. Der restliche Kraftstoff im Brennraum verdampft dadurch. Trocknen und säubern Sie die Zündkerzen gründlich, z. B. mit Lappen und Drahtbürste. Motor mit einer Zündspule pro Zylinder (Einzelfunkenspulen):

Diese Stecker (Pfeil) müssen von den Zündspulen abgezogen werden, bevor Sie starten, um den restlichen Kraftstoff zu verdampfen.

7.) Bauen Sie die Zündkerzen wieder ein und ziehen Sie sie mit dem Kerzenschlüssel nur handfest an (in der Regel 20- 25 Nm). Achten Sie darauf, dass Sie die Zündkabel wieder richtig zuordnen (wie notiert) und fest aufstecken. Treten Sie das Gaspedal voll durch und starten Sie den Motor.

Motor mit nur einer Zündspule, bei dem die Zündimpulse durch einen mechanischen Verteiler zu den einzelnen Zylindern geleitet wird: Diesen Stecker (Pfeil) müssen von der Zündpule abziehen, bevor Sie starten, um den restlichen Kraftstoff zu verdampfen.

Starter dreht den Motor schneller als normal durch

Wenn Sie aufgrund des Startergeräusches der Meinung sind, der Starter dreht schneller als gewöhnlich, so liegt der Fehler wahrscheinlich an einem defekten Starter, der leer läuft, also den Motor nicht durchdreht. In diesem Fall können Sie das Auto allenfalls anschleppen oder anschieben, um mit eigener Kraft in die nächste Werkstatt zu kommen, oder sich gleich abschleppen lassen.

Die zweite Möglichkeit für dieses Symptom wäre ein gerissener Zahnriemen bzw. Steuerkette. Bei solch einem Defekt ist der Motor nicht mehr funktionstüchtig und muss in eine Werkstatt geschleppt werden. Ein Anschlepp- oder Anschiebeversuch kann in diesem Fall sogar zu einer Verschlimmerung des Schadens führen.

ACHTUNG: Schleppen oder schieben Sie das Fahrzeug nur an, wenn Sie sicher sind, dass der Zahnriemen bzw. die Steuerkette nicht gerissen und gut gespannt ist. Unter dieser Abdeckung (Pfeil) finden Sie den Zahnriemen.

Im Bild ein freigelegter Zahnriemen.

     

Fahrzeug mit Dieselmotor anschieben

Ist die Fremdstarthilfe nicht möglich, z. B. weil der Starter defekt ist, kann versucht werden das Fahrzeug anzuschieben.

Hinweis: Angeschoben werden kann ein Wagen mit Dieselmotor nur dann, wenn der Batteriestrom noch ausreicht, um die Glühkerzen aufzuheizen bzw. die Vorförderpumpe anzusteuern. Anderenfalls hilft nur eine Fremdstarthilfe.

  1. Die „Zündung“ aus- und wieder einschalten.
  2. Den zweiten Gang einlegen.
  3. Kupplung durchtreten, Wagen anschieben lassen, bis er in Schwung ist (5-10 km/h).
  4. Kupplung schnell kommen lassen. Der Motor wird abrupt durchgedreht und müsste anspringen.
  5. Sobald der Motor angesprungen ist, die Kupplung treten und etwas Gas geben (2000 U/min).
  6. Läuft der Motor wieder wie gewohnt, so können Sie Ihre Fahrt fortsetzen.
nach oben